Dienstag, 15. Mai 2012

jetzt wirds aber noch seltsamer

tolles design! beim auswählen war ein ooooh! himmel! bäume! in meinem kopf zu vernehmen. keine frage: das war das neue design meins blogs. und nu in der der vollansicht stehe ich auf ner autobahn. is ja schon ne ziemlich verarsche. aber herbstfarben gehen jetzt nunmal gar nicht. also: willkommen auffe autobahn!

jetzt wirds aber ganz seltsam...


ich saß heute so im auto und fragte mich, wieso es eigentlich keinen grund zum völlig wirr durch die gegend laufen gibt. nicht, weil ich gerade stress zuhause hab, nein ganz im gegenteil. ich denke da so an meine schüler, die gerade 12 jahre alte sind, meine kinder, die noch wesentlich jünger sind und frage mich, wie sich so das leben vor ihnen ausbreitet. meine tochter hat es gut, sie träumt von einem prinz, der sie später einmal entdecken möge... das leben hält für sie also eine riesengroße schöne überraschung bereit, es wird schon werden. diese interpretation gelingt mir natürlich nur mit abstand, wenn ich das direkt höre, würde ich alles tun, um ihr den prinzen aus dem kopf zu schlagen. würde am liebsten sagen: und was ist mit dir? ist dein platz im leben nur der, zu warten? du hast so viele tolle fähigkeiten, warum zum teufel nutzt du sie nicht und vertraust auf sie? Eine möglichkeit wäre, dass sie gar nicht weiss, wozu sie ihre fähigkeiten einsetzen soll. vielleicht durchschaut sie als kind am ehesten unsere wohlklingenden worte über die welt, die ihr offensteht, die unendlichen möglichkeiten, die sich ihr ausbreiten... doch wie machst du als kind ein ziel aus der ganzen masse greifbar? wie kannst du da als erwachsener helfen, wenn du selbst nicht immer so genau weisst, wohin eigentlich die reise bei dir gehen könnte? und noch mehr, wie käme ich dazu, meinem kind ein bestimmtes ziel zu setzen? oder ist das letztendlich meine pflicht als vater? vielleicht glaubt meine tochter aber auch, sich an ihrer mutter zu orientieren, die vielleicht ja auch nur auf ihren prinz gewartet hat? wenn sie wüsste, wie wenig warten und wieviel kämpfen um das richtige dazugehört hat... nein, ich glaube nicht, dass ich ihr so etwas wünschen kann, auch wenn das momentane zwischenergebnis sich sehen lassen kannn... :-)
und das seltsamste, ich würde niemals das als ziel meiner tochter ernsthaft vertreten können. ich wünsche ihr keine abhängigkeit von ihrem prinzen, das ist zumindest das, was mich daran hindert, sie in ihrem weg zu bestärken. aber das ist für sie noch hintergrundrauschen, diese feinheiten überfordern sie, auf der anderen seite bin ich mir sicher, dass sie spürt, dass da etwas ist, das mich nicht ihrem weg bedingungslos zustimmen lässt. die orientierung, die sie durch vorleben kennt, versperrt sich dadurch und es wird beliebig... willkommen im chaos der möglichkeiten...
und bei meinen 12jährigen schülern verspüre ich vages unbehagen, was ihr wissen um ihre eigene zukunft angeht. sie wissen, dass sie die denkbar schlechtesten karten in der hand haben, vermuten, dass sie weniger möglichkeiten haben, aber welche fallen weg, welche bleiben?  haben sie überhaupt ein bild von sich in 20 jahren?  angeblich nicht, aber kann das tatsächlich wahr sein? kann man tatsächlich ohne zukunft leben? schade, dass sie zu alt sind, um eine prinzessin zu retten. Andererseits denke ich, dass diese 12jährigen ihre lage erkannt haben und sie so beschissen sehen, wie sie ist. warum sich etwas von selbstwirksamkeit erzählen, wenn genau das überhaupt keine erfolgsgarantie darstellt? warum im kleinen etwas ändern, wenn das große undurchschaubar und unveränderbar bleibt? natürlich ist es immer richtig, zu sagen, dass der glaube an sich selbst eine große hilfe ist, nicht unterzugehen. aber ziellos eingesetzter glaube an sich selbst, ob der jetzt so gut geht...
so langsam sollte ich die kurve kriegen und sagen, was ich eigentlich will. vielleicht sollte ich einfügen, dass ich trotz der schwärze meiner gedanken nicht ohne hoffnung bin. Ich glaube, dass geschichten ein möglicher schlüssel sind. damit meine ich nicht unbedingt erfundene, sondern die der eigenen familie. es geht mir nicht um altes wissen, was von generation zu generation weitergegeben wird, obwohl doch eigentlich schon. ich glaube, dass sich selbst in den banalsten geschichten eine wertehaltung der familie wiederspiegelt. warum hat gerade die geschichte überdauert? was bedeutet sie mir selbst?...
so, jetzt ist aber mal gut.